Recht

Rodeln und Recht? Ja, wo samma denn? Dass die elenden Juristen jetzt auch noch so eine unschuldige Freizeitbeschäftigung durchnormieren wollen!

Auf den ersten Blick mag das ja zutreffen, aber um „Durchnormieren“ im Sinne einer Verrechtlichung geht es hier am Allerwenigsten.

Genau genommen wollen wir den Rodler sogar davor schützen, sich im Falle eines Falles mit rechtlichen Dingen beschäftigen zu müssen – und der meist hieraus entstehenden, recht unerquicklichen juristischen Auseinandersetzung.

 

Besser also, man macht sich im Vorfeld ein paar einfache Dinge und Regeln klar. Dann saust es sich umso lockerer ins Tal.

Im Gegensatz zu den landläufigen Vorbehalten gegenüber dem Recht – und auch gegenüber dem, was die Justiz manchmal daraus macht – sind die meisten Regeln beim Rodel-Recht denkbar simpel. Vor allem erschließen sie sich ohne weiteres dem gesunden Menschenverstand.

 

Ein Beispiel: An einer Engstelle sollte der Rodler nicht, jedenfalls nicht ohne Not, stehenbleiben. Klingt logisch, ist es auch, aber Praxis und Erfahrung zeigen, dass auch gegen derart einleuchtende Verhaltensregeln beständig verstoßen wird. Nun stellt dies bei einer flachen, übersichtlichen, nicht vereisten Abfahrt im Hellen zumeist kein Problem dar: Man passt halt auf, fährt langsamer und weicht dem rastenden Rodler gegebenenfalls aus.

Was aber, wenn die Bedingungen gar nicht optimal sind und man mit dem anderen Rodler kollidiert? Dann gelten die F.I.S. – Regeln. Die sind zwar ursprünglich nur für Skifahrer (Federation Internationale de Skieurs) ersonnen worden, werden aber ebenfalls auf Snowboarder und unter bestimmten Umständen auch auf Schlittenfahrer angewandt? Da es sich letztlich um eine Ausformung all dessen handelt, was man auf einer (Ski-)Piste sinnvollerweise tun und lassen soll, können diese durchaus auf das Rodeln übertragen werden.

Übertragen auf das Beispiel bedeutet dies, dass der haltende Rodler bei einem Zusammenprall – zumindest – eine Teilschuld zugerechnet bekäme.

 

Selbst wer noch nie mit Ski oder Snowboard unterwegs war, wird diese „Umgangsregeln“ spontan begreifen. Zusammengefasst: Tue nichts, was übermäßig gefährlich ist, sei umsichtig und nimm Rücksicht. Im Einzelnen: Vorsicht bei langsameren Rodlern und Rodel-Neulingen, kein Halten oder Überholen an engen unübersichtlichen Stellen, so rodeln, dass man seinen Schlitten jederzeit beherrscht und in kurzer Zeit bremsen kann.

Das wars schon, im Groben. Eigentlich nichts, was besonders exotisch wäre oder nicht nachvollziehbar…

 

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